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Ratgeber · Einsatz & Praxis

Pool ausheben mit dem Minibagger: Maschine, Löffel und Zeitbedarf

Rippa Europe · 16. Oktober 2026 · 9 Minuten Lesezeit

Sie planen einen Pool im Garten und möchten die Grube selbst ausheben? Mit einem Minibagger schaffen Sie das in wenigen Tagen. Entscheidend sind die Grabtiefe der Maschine, die Breite Ihrer Zufahrt und die Menge Erde, die dabei anfällt. Hier erfahren Sie, welcher Rippa-Minibagger passt, welche Löffel Sie brauchen und wie lange der Aushub dauert.

Die Kurzantwort
  • Grabtiefe: Für einen Pool mit 1,5 m Beckentiefe graben Sie rund 1,8 m tief, denn darunter kommen Schotter und Bodenplatte. Dafür eignen sich Minibagger ab etwa 2 m Grabtiefe, zum Beispiel der R13 PRO, der R18 PRO oder der R22 PRO.
  • Löffel: Für den Aushub brauchen Sie einen Tieflöffel mit Zähnen, für die ebene Sohle einen breiten Grabenräumlöffel ohne Zähne.
  • Erdmenge und Zeit: Ein Pool mit 6 × 3 m ergibt mit Arbeitsraum und Böschung rund 74 m³ Erdreich. Mit dem R18 PRO rechnen Sie mit etwa zwei Arbeitstagen reiner Baggerzeit.

Welcher Rippa-Minibagger passt zu Ihrem Pool?

Drei Werte entscheiden: Die Grabtiefe muss für Becken und Unterbau reichen, die Maschine muss durch Ihre Zufahrt passen, und für das Beladen von Containern oder Lkw hilft eine hohe Entladehöhe. Planen Sie bei der Grabtiefe etwas Reserve ein, denn ganz in den Ecken der Grube erreicht der Löffel nicht die volle Tiefe.

ModellGrabtiefeBreiteEntladehöheFür Ihren Pool
Rippa R06R061,26 m747 mm1,57 mkleine Becken bis etwa 0,9 m Tiefe
Rippa R10 ECOR10 ECO1,56 m917 mm1,83 mBecken bis etwa 1,2 m Tiefe
Rippa R13 PROR13 PRO2,04 m849 mm1,92 mPools bis 1,5 m Tiefe bei schmaler Zufahrt
Rippa R15 ECOR15 ECO1,81 m983 mm2,28 mPools bis etwa 1,4 m Tiefe
Rippa R18 PROR18 PRO2,63 m998 mm2,05 munsere Empfehlung für die meisten Gartenpools
Rippa R22 PROR22 PRO2,29 m1.540 mm2,50 mgroße Pools, belädt Kipper direkt
Rippa R32 PROR32 PRO2,83 m1.550 mm3,18 mgroße Pools und Schwimmteiche mit breiter Zufahrt

Für die meisten Gartenpools ist der R18 PRO die beste Wahl. Mit 2,63 m Grabtiefe hat er genug Reserve für Becken, Unterbau und Böschung, und mit 998 mm Breite passt er durch viele Gartentore. Ist Ihre Zufahrt schmaler als 1 m, nehmen Sie den R13 PRO mit nur 849 mm Breite. Bei großen Pools und freier Zufahrt arbeitet der R22 PRO schneller und belädt mit 2,50 m Entladehöhe Kipper und Container direkt.

Zufahrt vorher ausmessen

Messen Sie die engste Stelle auf dem Weg zum Pool: Gartentor, Hausecke, Treppenabsatz. Prüfen Sie auch, ob der Weg die Maschine trägt. Über Rasen und Pflaster helfen Bodenschutzplatten, die Gummiketten aller Rippa-Minibagger schonen den Untergrund zusätzlich.

Welche Löffel Sie brauchen

Mit dem richtigen Löffel geht der Aushub schneller und die Grube wird sauberer. Für einen Pool brauchen Sie zwei, besser drei Werkzeuge:

  • Tieflöffel mit Zähnen (Zahnschaufel): Er lockert den Boden und holt das Erdreich heraus. Für den Aushub einer Poolgrube eignen sich 40 bis 60 cm Breite, zum Beispiel die Zahnschaufel für den R18 PRO oder die Zahnschaufel für den R13 PRO.
  • Grabenräumlöffel (Glattschaufel): Die gerade Schneide ohne Zähne zieht die Sohle eben ab und formt saubere Böschungen. Nehmen Sie dafür 80 bis 100 cm Breite, etwa die Glattschaufel für den R18 PRO.
  • Schwenklöffel (Kippschaufel): Er lässt sich zur Seite neigen. Damit legen Sie Böschungen im gewünschten Winkel an, ohne die Maschine umzusetzen, zum Beispiel mit der Kippschaufel für den R18 PRO.

Mit dem Planierschild der Maschine verteilen Sie später das Füllmaterial und ebnen die Fläche rund um den Pool. Alle Löffel für Ihr Modell finden Sie unter Anbauteile für Minibagger.

So groß wird die Grube

Die Grube ist deutlich größer als der Pool selbst. Dafür sorgen drei Zuschläge:

  • Arbeitsraum: Rund um das Becken brauchen Sie Platz zum Aufbauen, Abdichten und Hinterfüllen. Planen Sie 40 bis 50 cm je Seite ein, oder halten Sie sich an die Angabe des Pool-Herstellers.
  • Unterbau: Unter das Becken kommen verdichteter Schotter und meist eine Bodenplatte aus Beton. Zusammen sind das oft 25 bis 35 cm.
  • Böschung: Ab 1,25 m Tiefe dürfen die Wände nicht mehr senkrecht bleiben, sobald jemand in der Grube arbeitet. Ab 1,75 m muss die Grube von der Sohle bis oben geböscht werden: in Sand höchstens mit 45°, in steifem Lehm mit 60°. Mehr dazu unter Sicherheit.
Becken 1,5 m tief Unterbau 0,3 m 0,5 m Arbeitsraum 1,8 m ≤ 60° 0,6 m frei ≥ 1 m Abstand
Querschnitt durch eine Poolgrube in steifem Lehmboden: Becken mit 1,5 m Tiefe, 0,5 m Arbeitsraum je Seite, 0,3 m Unterbau und Böschung mit höchstens 60°. Am Rand bleiben 0,6 m frei, der Minibagger steht mindestens 1 m von der Kante entfernt.

Rechenbeispiel: Pool 6 × 3 m mit 1,5 m Beckentiefe

Rippa R18 PRO Minibagger

So rechnen Sie Erdmenge und Baggerzeit für einen typischen Gartenpool in steifem Lehmboden aus:

  1. Sohle: Pool 6,0 × 3,0 m plus 0,5 m Arbeitsraum rundum ergibt 7,0 × 4,0 m.
  2. Tiefe: 1,5 m Becken plus 0,3 m Unterbau ergibt 1,8 m.
  3. Böschung: Bei 1,8 m Tiefe und 60° Böschung wird die Grube je Seite gut 1 m breiter. Oben misst sie rund 9,1 × 6,1 m.
  4. Erdmenge: Daraus ergeben sich rund 74 m³ gewachsener Boden. In Sand mit 45° Böschung wären es rund 94 m³.
  5. Lose Menge: Ausgehobener Boden nimmt mehr Platz ein als im gewachsenen Zustand. Bei Lehm rechnen Sie mit dem Auflockerungsfaktor 1,3, bei Sand mit etwa 1,1 bis 1,2. Aus 74 m³ werden so rund 96 m³ lose Erde.

Die Baggerzeit schätzen Sie mit dieser Faustformel:

Leistung pro Stunde = Löffelinhalt × Arbeitsspiele pro Stunde × Füllgrad

Der Standardlöffel des R18 PRO fasst laut Datenblatt 0,045 m³. Ein Arbeitsspiel aus Graben, Schwenken und Auskippen dauert bei geübten Fahrern rund 20 Sekunden, das sind 180 Spiele pro Stunde. Bei 80 % Füllgrad schafft der R18 PRO damit rund 6,5 m³ lose Erde pro Stunde, das sind etwa 5 m³ gewachsener Boden. Für die 74 m³ aus dem Beispiel brauchen Sie also rund 15 Stunden reine Baggerzeit.

Reine Baggerzeit für 74 m³ Aushub (Rechenwerte)
R18 PROrund 15 h
R22 PROrund 12 h
R32 PROrund 8 h
Baggerzeit in Stunden ein Arbeitstag mit 8 Stunden
Gerechnet mit dem Löffelinhalt laut Rippa-Datenblatt (R18 PRO 0,045 m³, R22 PRO 0,054 m³, R32 PRO 0,08 m³), 20 Sekunden je Arbeitsspiel, 80 % Füllgrad und Auflockerungsfaktor 1,3. Steine, Wurzeln, Umsetzen und Abtransport kommen dazu.

In der Praxis planen Sie mit dem R18 PRO zwei bis drei Arbeitstage ein, denn Umsetzen, Feinarbeit an der Sohle und Pausen kommen dazu. Kleinere Maschinen wie der R13 PRO haben einen kleineren Löffel und brauchen entsprechend länger.

Wohin mit der Erde?

Rund 96 m³ lose Erde sind viel mehr, als die meisten erwarten. Planen Sie deshalb vor dem ersten Spatenstich, wo die Erde hinkommt:

  • Mutterboden getrennt lagern: Die oberste humusreiche Schicht von etwa 20 bis 30 cm heben Sie zuerst ab und lagern sie getrennt. Sie brauchen sie später für Rasen und Beete.
  • Erde zum Verfüllen behalten: Nach dem Einbau des Pools füllen Sie Arbeitsraum und Böschung wieder auf. Ein Teil des Aushubs kann deshalb auf dem Grundstück bleiben, wenn Sie Platz für einen Haufen haben.
  • Rest abfahren: Absetzcontainer fassen meist 5 bis 10 m³. Für die übrige Erde brauchen Sie also mehrere Container oder Lkw-Fahrten. Fragen Sie vorab nach Preisen, denn die Entsorgung kostet je nach Region und Bodenart sehr unterschiedlich viel.
Rippa RD06 Kettendumper

Steht der Container weiter weg, bringt ein Dumper die Erde hin. Der Kettendumper RD06 ist nur 780 mm breit, fasst 0,27 m³ in der Mulde und fährt mit seinen Gummiketten auch über Rasen. Kann der Lkw nah genug heran, belädt ihn ein R22 PRO oder R32 PRO dank 2,50 m bzw. 3,18 m Entladehöhe direkt.

Sicherheit: Böschung, Abstand, Leitungen

Eine Poolgrube ist eine Baugrube. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft fasst die Regeln der DIN 4124 im Baustein „Geböschte Baugruben“ zusammen. Halten Sie sich auch als Privatbauherr daran, denn eine einstürzende Grubenwand kann tödlich sein:

  • Vor dem Graben Leitungen prüfen: Fragen Sie bei Ihren Versorgern nach Plänen für Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation.
  • Bis 1,25 m Tiefe: Senkrechte Wände ohne Sicherung sind erlaubt, wenn der Boden standfest ist und Maschinen Abstand halten.
  • Bis 1,75 m Tiefe: In mindestens steifem, bindigem Boden geht es ohne Verbau, wenn der Teil über 1,25 m mit höchstens 45° abgeböscht oder gesichert ist.
  • Über 1,75 m Tiefe: Die Grube muss von der Sohle bis oben geböscht werden. Ohne Standsicherheitsnachweis gelten höchstens 45° bei nichtbindigen oder weichen bindigen Böden, 60° bei steifen oder halbfesten bindigen Böden und 80° bei Fels.
  • Rand freihalten: Am oberen Rand bleibt ein mindestens 0,60 m breiter Streifen frei. Lagern Sie dort keine Erde und kein Material.
  • Abstand der Maschine: Baugeräte bis 12 t, also alle Rippa-Minibagger, halten mindestens 1 m Abstand zur Böschungskante.
  • Zugang: Ab 1,25 m Tiefe steigen Sie über eine Leiter oder Treppe in die Grube. Während der Minibagger arbeitet, hält sich niemand in der Grube oder im Schwenkbereich auf.

Bei Grundwasser, Hanglage oder Bauwerken direkt neben der Grube ziehen Sie einen Fachbetrieb hinzu.

Schritt für Schritt zur Poolgrube

  1. Abstecken: Markieren Sie Pool, Arbeitsraum und Böschungskante mit Pflöcken und Schnur, und legen Sie eine feste Höhenmarke fest.
  2. Mutterboden abtragen: Heben Sie die oberste Schicht ab und lagern Sie sie getrennt.
  3. Aushub in Lagen: Graben Sie mit dem Tieflöffel Lage für Lage und laden Sie die Erde direkt auf Dumper, Anhänger oder Container.
  4. Böschung und Tiefe kontrollieren: Formen Sie die Böschung im richtigen Winkel und prüfen Sie die Tiefe laufend mit Nivelliergerät oder Laser.
  5. Sohle abziehen: Wechseln Sie auf den Grabenräumlöffel und ziehen Sie die Sohle eben ab. Graben Sie nicht tiefer als nötig, sonst müssen Sie wieder auffüllen und verdichten.
  6. Unterbau herstellen: Bringen Sie Schotter ein, verdichten Sie ihn und bauen Sie die Bodenplatte nach den Vorgaben des Pool-Herstellers.
  7. Verfüllen: Nach dem Einbau füllen Sie den Arbeitsraum lagenweise auf und verdichten jede Lage. Mit dem Planierschild ebnen Sie zum Schluss die Fläche.

Den Minibagger bringen Sie mit dem passenden Anhänger selbst zur Baustelle. Was Sie dabei zu Gewicht, Anhänger und Führerschein beachten, lesen Sie in unserem Ratgeber Minibagger transportieren.

Brauchen Sie eine Genehmigung?

Ob Sie für einen Pool eine Baugenehmigung brauchen, regelt die Bauordnung Ihres Bundeslands. In Bayern zum Beispiel sind Schwimmbecken verfahrensfrei, außer im Außenbereich (Art. 57 BayBO). Andere Länder setzen Grenzen beim Beckeninhalt oder bei Überdachungen. Auch ein verfahrensfreier Pool muss den Bebauungsplan und die Abstandsflächen einhalten. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Bauamt nach, bevor Sie graben.

Der passende Minibagger für Ihren Pool

Vergleichen Sie alle Rippa-Minibagger, oder lassen Sie sich mit dem Projektplaner in wenigen Schritten die passende Maschine empfehlen.

Alle Minibagger ansehen Zum Projektplaner

Häufige Fragen

Beckentiefe plus Unterbau. Für Schotter und Bodenplatte kommen meist 25 bis 35 cm dazu, bei einem 1,5 m tiefen Pool graben Sie also rund 1,8 m tief. Maßgeblich ist die Einbauanleitung Ihres Pool-Herstellers.

Für die meisten Gartenpools der R18 PRO mit 2,63 m Grabtiefe und 998 mm Breite. Bei einer Zufahrt unter 1 m passt der R13 PRO mit 849 mm Breite und 2,04 m Grabtiefe. Für große Pools mit freier Zufahrt ist der R22 PRO schneller.

Für einen Pool mit 6 × 3 m und 1,5 m Tiefe fallen rund 74 m³ Erdreich an. Mit dem R18 PRO sind das rechnerisch rund 15 Stunden reine Baggerzeit, in der Praxis zwei bis drei Arbeitstage.

Deutlich mehr als das Beckenvolumen, weil Arbeitsraum, Unterbau und Böschung dazukommen. Im Beispiel mit 6 × 3 m sind es rund 74 m³ gewachsener Boden, ausgehoben und aufgelockert rund 96 m³.

Ja. Mit einem Minibagger und einer Einweisung durch Ihren Partnerhändler schaffen das viele Bauherren selbst. Halten Sie die Regeln für Böschung und Abstand ein, und holen Sie bei Grundwasser oder Hanglage einen Fachbetrieb dazu.

Das hängt von Ihrem Bundesland ab. In vielen Ländern sind Pools im Garten verfahrensfrei, im Außenbereich gelten strengere Regeln. Bebauungsplan und Abstandsflächen gelten immer. Im Zweifel fragen Sie beim Bauamt.

Passende Minibagger

Quellen (Stand: Oktober 2026)

Die Rechenwerte sind Richtwerte für gut lösbaren Boden und einen geübten Fahrer. Sie ersetzen keine Planung durch einen Fachbetrieb und keine Rechtsberatung.

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