Pool ausheben mit dem Minibagger: Maschine, Löffel und Zeitbedarf

Sie planen einen Pool im Garten und möchten die Grube selbst ausheben? Mit einem Minibagger schaffen Sie das in wenigen Tagen. Entscheidend sind die Grabtiefe der Maschine, die Breite Ihrer Zufahrt und die Menge Erde, die dabei anfällt. Hier erfahren Sie, welcher Rippa-Minibagger passt, welche Löffel Sie brauchen und wie lange der Aushub dauert.
- Grabtiefe: Für einen Pool mit 1,5 m Beckentiefe graben Sie rund 1,8 m tief, denn darunter kommen Schotter und Bodenplatte. Dafür eignen sich Minibagger ab etwa 2 m Grabtiefe, zum Beispiel der R13 PRO, der R18 PRO oder der R22 PRO.
- Löffel: Für den Aushub brauchen Sie einen Tieflöffel mit Zähnen, für die ebene Sohle einen breiten Grabenräumlöffel ohne Zähne.
- Erdmenge und Zeit: Ein Pool mit 6 × 3 m ergibt mit Arbeitsraum und Böschung rund 74 m³ Erdreich. Mit dem R18 PRO rechnen Sie mit etwa zwei Arbeitstagen reiner Baggerzeit.
Welcher Rippa-Minibagger passt zu Ihrem Pool?
Drei Werte entscheiden: Die Grabtiefe muss für Becken und Unterbau reichen, die Maschine muss durch Ihre Zufahrt passen, und für das Beladen von Containern oder Lkw hilft eine hohe Entladehöhe. Planen Sie bei der Grabtiefe etwas Reserve ein, denn ganz in den Ecken der Grube erreicht der Löffel nicht die volle Tiefe.
| Modell | Grabtiefe | Breite | Entladehöhe | Für Ihren Pool |
|---|---|---|---|---|
| 1,26 m | 747 mm | 1,57 m | kleine Becken bis etwa 0,9 m Tiefe | |
| 1,56 m | 917 mm | 1,83 m | Becken bis etwa 1,2 m Tiefe | |
| 2,04 m | 849 mm | 1,92 m | Pools bis 1,5 m Tiefe bei schmaler Zufahrt | |
| 1,81 m | 983 mm | 2,28 m | Pools bis etwa 1,4 m Tiefe | |
| 2,63 m | 998 mm | 2,05 m | unsere Empfehlung für die meisten Gartenpools | |
| 2,29 m | 1.540 mm | 2,50 m | große Pools, belädt Kipper direkt | |
| 2,83 m | 1.550 mm | 3,18 m | große Pools und Schwimmteiche mit breiter Zufahrt |
Für die meisten Gartenpools ist der R18 PRO die beste Wahl. Mit 2,63 m Grabtiefe hat er genug Reserve für Becken, Unterbau und Böschung, und mit 998 mm Breite passt er durch viele Gartentore. Ist Ihre Zufahrt schmaler als 1 m, nehmen Sie den R13 PRO mit nur 849 mm Breite. Bei großen Pools und freier Zufahrt arbeitet der R22 PRO schneller und belädt mit 2,50 m Entladehöhe Kipper und Container direkt.
Messen Sie die engste Stelle auf dem Weg zum Pool: Gartentor, Hausecke, Treppenabsatz. Prüfen Sie auch, ob der Weg die Maschine trägt. Über Rasen und Pflaster helfen Bodenschutzplatten, die Gummiketten aller Rippa-Minibagger schonen den Untergrund zusätzlich.
Welche Löffel Sie brauchen
Mit dem richtigen Löffel geht der Aushub schneller und die Grube wird sauberer. Für einen Pool brauchen Sie zwei, besser drei Werkzeuge:
- Tieflöffel mit Zähnen (Zahnschaufel): Er lockert den Boden und holt das Erdreich heraus. Für den Aushub einer Poolgrube eignen sich 40 bis 60 cm Breite, zum Beispiel die Zahnschaufel für den R18 PRO oder die Zahnschaufel für den R13 PRO.
- Grabenräumlöffel (Glattschaufel): Die gerade Schneide ohne Zähne zieht die Sohle eben ab und formt saubere Böschungen. Nehmen Sie dafür 80 bis 100 cm Breite, etwa die Glattschaufel für den R18 PRO.
- Schwenklöffel (Kippschaufel): Er lässt sich zur Seite neigen. Damit legen Sie Böschungen im gewünschten Winkel an, ohne die Maschine umzusetzen, zum Beispiel mit der Kippschaufel für den R18 PRO.
Mit dem Planierschild der Maschine verteilen Sie später das Füllmaterial und ebnen die Fläche rund um den Pool. Alle Löffel für Ihr Modell finden Sie unter Anbauteile für Minibagger.
So groß wird die Grube
Die Grube ist deutlich größer als der Pool selbst. Dafür sorgen drei Zuschläge:
- Arbeitsraum: Rund um das Becken brauchen Sie Platz zum Aufbauen, Abdichten und Hinterfüllen. Planen Sie 40 bis 50 cm je Seite ein, oder halten Sie sich an die Angabe des Pool-Herstellers.
- Unterbau: Unter das Becken kommen verdichteter Schotter und meist eine Bodenplatte aus Beton. Zusammen sind das oft 25 bis 35 cm.
- Böschung: Ab 1,25 m Tiefe dürfen die Wände nicht mehr senkrecht bleiben, sobald jemand in der Grube arbeitet. Ab 1,75 m muss die Grube von der Sohle bis oben geböscht werden: in Sand höchstens mit 45°, in steifem Lehm mit 60°. Mehr dazu unter Sicherheit.
Rechenbeispiel: Pool 6 × 3 m mit 1,5 m Beckentiefe
So rechnen Sie Erdmenge und Baggerzeit für einen typischen Gartenpool in steifem Lehmboden aus:
- Sohle: Pool 6,0 × 3,0 m plus 0,5 m Arbeitsraum rundum ergibt 7,0 × 4,0 m.
- Tiefe: 1,5 m Becken plus 0,3 m Unterbau ergibt 1,8 m.
- Böschung: Bei 1,8 m Tiefe und 60° Böschung wird die Grube je Seite gut 1 m breiter. Oben misst sie rund 9,1 × 6,1 m.
- Erdmenge: Daraus ergeben sich rund 74 m³ gewachsener Boden. In Sand mit 45° Böschung wären es rund 94 m³.
- Lose Menge: Ausgehobener Boden nimmt mehr Platz ein als im gewachsenen Zustand. Bei Lehm rechnen Sie mit dem Auflockerungsfaktor 1,3, bei Sand mit etwa 1,1 bis 1,2. Aus 74 m³ werden so rund 96 m³ lose Erde.
Die Baggerzeit schätzen Sie mit dieser Faustformel:
Der Standardlöffel des R18 PRO fasst laut Datenblatt 0,045 m³. Ein Arbeitsspiel aus Graben, Schwenken und Auskippen dauert bei geübten Fahrern rund 20 Sekunden, das sind 180 Spiele pro Stunde. Bei 80 % Füllgrad schafft der R18 PRO damit rund 6,5 m³ lose Erde pro Stunde, das sind etwa 5 m³ gewachsener Boden. Für die 74 m³ aus dem Beispiel brauchen Sie also rund 15 Stunden reine Baggerzeit.
In der Praxis planen Sie mit dem R18 PRO zwei bis drei Arbeitstage ein, denn Umsetzen, Feinarbeit an der Sohle und Pausen kommen dazu. Kleinere Maschinen wie der R13 PRO haben einen kleineren Löffel und brauchen entsprechend länger.
Wohin mit der Erde?
Rund 96 m³ lose Erde sind viel mehr, als die meisten erwarten. Planen Sie deshalb vor dem ersten Spatenstich, wo die Erde hinkommt:
- Mutterboden getrennt lagern: Die oberste humusreiche Schicht von etwa 20 bis 30 cm heben Sie zuerst ab und lagern sie getrennt. Sie brauchen sie später für Rasen und Beete.
- Erde zum Verfüllen behalten: Nach dem Einbau des Pools füllen Sie Arbeitsraum und Böschung wieder auf. Ein Teil des Aushubs kann deshalb auf dem Grundstück bleiben, wenn Sie Platz für einen Haufen haben.
- Rest abfahren: Absetzcontainer fassen meist 5 bis 10 m³. Für die übrige Erde brauchen Sie also mehrere Container oder Lkw-Fahrten. Fragen Sie vorab nach Preisen, denn die Entsorgung kostet je nach Region und Bodenart sehr unterschiedlich viel.
Steht der Container weiter weg, bringt ein Dumper die Erde hin. Der Kettendumper RD06 ist nur 780 mm breit, fasst 0,27 m³ in der Mulde und fährt mit seinen Gummiketten auch über Rasen. Kann der Lkw nah genug heran, belädt ihn ein R22 PRO oder R32 PRO dank 2,50 m bzw. 3,18 m Entladehöhe direkt.
Sicherheit: Böschung, Abstand, Leitungen
Eine Poolgrube ist eine Baugrube. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft fasst die Regeln der DIN 4124 im Baustein „Geböschte Baugruben“ zusammen. Halten Sie sich auch als Privatbauherr daran, denn eine einstürzende Grubenwand kann tödlich sein:
- Vor dem Graben Leitungen prüfen: Fragen Sie bei Ihren Versorgern nach Plänen für Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation.
- Bis 1,25 m Tiefe: Senkrechte Wände ohne Sicherung sind erlaubt, wenn der Boden standfest ist und Maschinen Abstand halten.
- Bis 1,75 m Tiefe: In mindestens steifem, bindigem Boden geht es ohne Verbau, wenn der Teil über 1,25 m mit höchstens 45° abgeböscht oder gesichert ist.
- Über 1,75 m Tiefe: Die Grube muss von der Sohle bis oben geböscht werden. Ohne Standsicherheitsnachweis gelten höchstens 45° bei nichtbindigen oder weichen bindigen Böden, 60° bei steifen oder halbfesten bindigen Böden und 80° bei Fels.
- Rand freihalten: Am oberen Rand bleibt ein mindestens 0,60 m breiter Streifen frei. Lagern Sie dort keine Erde und kein Material.
- Abstand der Maschine: Baugeräte bis 12 t, also alle Rippa-Minibagger, halten mindestens 1 m Abstand zur Böschungskante.
- Zugang: Ab 1,25 m Tiefe steigen Sie über eine Leiter oder Treppe in die Grube. Während der Minibagger arbeitet, hält sich niemand in der Grube oder im Schwenkbereich auf.
Bei Grundwasser, Hanglage oder Bauwerken direkt neben der Grube ziehen Sie einen Fachbetrieb hinzu.
Schritt für Schritt zur Poolgrube
- Abstecken: Markieren Sie Pool, Arbeitsraum und Böschungskante mit Pflöcken und Schnur, und legen Sie eine feste Höhenmarke fest.
- Mutterboden abtragen: Heben Sie die oberste Schicht ab und lagern Sie sie getrennt.
- Aushub in Lagen: Graben Sie mit dem Tieflöffel Lage für Lage und laden Sie die Erde direkt auf Dumper, Anhänger oder Container.
- Böschung und Tiefe kontrollieren: Formen Sie die Böschung im richtigen Winkel und prüfen Sie die Tiefe laufend mit Nivelliergerät oder Laser.
- Sohle abziehen: Wechseln Sie auf den Grabenräumlöffel und ziehen Sie die Sohle eben ab. Graben Sie nicht tiefer als nötig, sonst müssen Sie wieder auffüllen und verdichten.
- Unterbau herstellen: Bringen Sie Schotter ein, verdichten Sie ihn und bauen Sie die Bodenplatte nach den Vorgaben des Pool-Herstellers.
- Verfüllen: Nach dem Einbau füllen Sie den Arbeitsraum lagenweise auf und verdichten jede Lage. Mit dem Planierschild ebnen Sie zum Schluss die Fläche.
Den Minibagger bringen Sie mit dem passenden Anhänger selbst zur Baustelle. Was Sie dabei zu Gewicht, Anhänger und Führerschein beachten, lesen Sie in unserem Ratgeber Minibagger transportieren.
Brauchen Sie eine Genehmigung?
Ob Sie für einen Pool eine Baugenehmigung brauchen, regelt die Bauordnung Ihres Bundeslands. In Bayern zum Beispiel sind Schwimmbecken verfahrensfrei, außer im Außenbereich (Art. 57 BayBO). Andere Länder setzen Grenzen beim Beckeninhalt oder bei Überdachungen. Auch ein verfahrensfreier Pool muss den Bebauungsplan und die Abstandsflächen einhalten. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Bauamt nach, bevor Sie graben.
Der passende Minibagger für Ihren Pool
Vergleichen Sie alle Rippa-Minibagger, oder lassen Sie sich mit dem Projektplaner in wenigen Schritten die passende Maschine empfehlen.
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Passende Minibagger
Quellen (Stand: Oktober 2026)
- BG BAU, Baustein C 469: Geböschte Baugruben und geböschte Gräben (07/2021, nach DIN 4124)
- Art. 57 Bayerische Bauordnung
- Bauprofessor: Auflockerungsfaktor
- Technische Daten laut Rippa-Datenblatt, siehe „Spezifikationen“ auf der jeweiligen Produktseite
Die Rechenwerte sind Richtwerte für gut lösbaren Boden und einen geübten Fahrer. Sie ersetzen keine Planung durch einen Fachbetrieb und keine Rechtsberatung.